2006-11-09
heute im hochhaus (4. stock)
hiermit lege ich widerspruch ein gegen ihren bescheid von 2006-08-30 (nr.00000BG0000000) .
begründung: mein antrag auf arbeitslosengeld II war ganz klar ein folgeantrag, selbst wenn er verspätet eingereicht wurde, und hätte nie und nimmer als erstanttrag behandelt werden dürfen, wie es dann nach langem hin und her und mehreren merkwürdigkeiten tatsächlich passiert ist .
schon empfangs-sachbearbeiterin A (ich behelfe mich mal mit grossbuchstaben, da mir außer dem namen p. kein name aus der abteilung bekannt ist,) gab mir sofort ohne ein weiteres wort einen erstantrag, was zeigt, dass das ganze verfahren als überrumpelungstaktik von oben einstudiert wurde . währen der langen wartezeit sah ich mir mehrmals das formular an und wurde irgendwann stutzig, weil mein arbeitsberater, herr k. .., aber da muss ich etwas ausholen .
ich hatte ihn telefonisch gefragt, warum die aok mir mitteilt, dass ich nicht mehr kranenversichert bin . er fragte mich, ob ich noch leistung beziehe . darauf ich: ja, natürlich . (bis ich dann meine konto-auszüge studierte und zwischen den vielen aldi buchungen, die da neuerdings drauf sind, verblüfft feststellte, dass ich zwar noch geld auf dem konto hatte (ich hatte mir über die jahre über 2000 euro für unvorhergesehene fälle angespart), dass aber in den letzten zwei monaten tatsächlich kein geld mehr eingegangen war . das noch vorhandene geld und die durch die neuerdings bargeldlosen aldi-einkäufe entstandene unübersichtlichkeit des kontos waren auch der grund, warum ich nichts gemerkt hatte und auch, weil über die jahre alles glatt gegangen war . hinzu kommt, dass mein kurzzeitgedächtnis stark nachgelassen hat und es vorkommen kann, dass ich über tage, ja wochen keine zeitlichen zuordnungen vornehme . und last not least war ich noch 2006-06-12 bei meinem arbeitsberater gewesen und wir hatten nur über den bevorstehenden übergang in die rente gesprochen und nichts über einen eingestellten leistungs-bezug, über den er offensichtlich gar nicht informiert war . (damals wusste ich noch nicht, dass das leistungs-zentrum und er zwei verschiedene welten sind, die nur mäßig kontakt zueinander haben. zudem war, wie er mir sagte, gerade das computer-system umgestellt worden und erst im anlaufen . vielleicht war auch das der grund, warum er die daten nicht hatte) . in den unterlagen fand ich dann, dass der letzte bescheid tatsächlich nur bis 2006-05-31 lief . bisher war ich allerdings immer benachrichtigt worden, wenn ich einen neuen antrag stellen musste . dass das jetzt anders gehandhabt wurde, wäre mir nicht mal im traum eingefallen, niemand hat mich darüber aufgeklärt und nicht mal im nachhinein fand ich in den erläuterungen einen passus, der darauf hingewiesen hätte . ich hätte es also zwar früher merken können, aber auf jeden fall hätte ich den termin verpasst, da ich mich bisher immer auf das arbeitsamt verlassen konnte) .
nachdem klar war, dass ich keine leistung mehr beziehe, sagte er: dann aber schnell einen folgeantrag stellen . so fiel mir das also auf und ich stellte frau A zur rede, worauf hin sie den antrag zurücknahm, aber plötzlich sagte, ich bräuchte eine bestimmte nummer, dann dick eine nummer auf das formular schrieb und es mir wieder zurückgab . dass das mit der nummer unsinn war, die hätte sie ja sonst gleich draufgeschrieben, fiel mir erst später auf .
der nächsten sachbearbeiterin (B) sagte ich dann, dass ich zwar einen erstantragsformular gekriegt hätte, das aber nicht so sähe, sondern einen folgeantrag stellen wolle . darauf sie, ganz pikiert: das sehe s i e allerdings nicht so . ich: ich aber . sie: ich aber nicht . daraufhin wollte ich nicht mehr mit ihr reden und so rief sie ihren vorgesetzten C, der gleich nebenan saß, zu uns und sprach mit ihm, woraufhin er sich meine erklärung anhörte und dem dann stattgab unter der bedingung, dass ich nachweisen sollte, wovon ich die letzten 2 monate gelebt hätte . zu B sagte er: wir wollen das nicht . herr s. geht sowieso bald in rente, ändern sie das . ich bedankte mich, ging nach hause, meine konto-auszüge holen . die wurden dann von A einzeln kopiert, dann kam auch noch B dazu (es war bereits feierabend) und auf eine bemerkung von A hin (zu leise für mich, um es zu verstehen) sagte sie: herr C hat das so angeordnet .
zwei tage später kriege ich, ich bin sicher, hinter dem rücken von herrn C, denn jetzt nehmen die damen die politik des hauses selbst in die hand, die aufforderung, erstmal einen nachweis über die beantragung von renteneinkommen beizubringen, sowie einen rentenbescheid . und dann (und hier wird klar, dass sie den fall neu aufrollen wollen): "stellungnahme, wie sie vom 01.06.2006 bis 16.08.2006 ihr(en) lebensunterhalt bestritten haben und warum nun eine antragsabgabe zum 16.08.2006 erfolgt?" (ja, warum wohl?)
"sollten sie bis zu diesem termin nicht antworten, wird die leistung ganz versagt (§§ 60 und 66 Erstes Buch Sozialgesetzbuch SGB I)"
tippfehler und die bemerkenswerte tatsache, dass zwar mit einem termin gedroht wird, ein solcher aber gar nicht angegeben wird, zeigen, dass hier mit der ganz heissen nadel gestrickt wurde .
ich also wieder hin und werde nun an eine dritte sachbearbeiterin (D) verwiesen, die das gar nicht geschrieben haben kann, renteneinkommen und rentenbescheid sofort unter den tisch fallen lässt (ich hatte mich auch schon verwundert gefragt, wozu das gut sein soll) und ausgesprochen munter und lebhaft doch bitteschön eine schriftliche ausarbeitung haben will, was ich denn so gemacht hätte die ganze zeit .
ich weise auf die vorgelegten kontoauszüge hin und frage, wofür jetzt eine schriftliche ausarbeitung . da wird ihr lächeln sogar eine spur kämpferisch: "wir möchten das eben so" . plötzlich, ich weiss nicht mehr, wie wir darauf kamen, gibt sie mir zu verstehen, dass es sich hier natürlich um einen erstantrag handele .
ich : "das kann ja wohl nicht sein" und möchte noch mal mit mit herrn C sprechen . darauf geht sie aber nicht ein und will mir stattdessen weissmachen, dass es sich bei herrn C um die entscheidung gehandelt hätte, ob man einen ausführlichen erstantrag mit fürchterlich vielen fragen oder eine vereinfachte version nehmen sollte . wenn man bedenkt, dass ich ja gerade die vereinfachte version zurückgewiesen hatte (vielleicht mit dem wunsch, nun die kompliziertere zu bekommen?), dann kann man nur noch den kopf schütteln .
nachdem ich ihre logik angezweifelt habe, meint sie, sie könne mir herrn p. anbieten, der sei sogar noch höherstehend als herr C. sie greift also zum telefon und teilt ihm mit, dass hier jemand sitzt, der keine schriftliche ausarbeitung machen will . ich sage laut dazwischen, dass es schriftlicher, als es die kontoauszüge darlegen, wohl nicht geht . nachdem sie mich noch gebeten hat, ich solle ihr aber nicht ins wort fallen, wenn sie herrn p. erst mal über meinen fall informiere, was ich ihr gern verspreche, taucht also herr p. auf, wird informiert und erweist sich gleich als sprücheklopfer, der von sich in der dritten person spricht und meint, man solle sich nur an herrn p. wenden, der name p. bürgt für qualität . nebenbei fällt an D gewandt, noch ein satz, dessen ungeheuerlichkeit mir (wie so manches an dieser geschichte) erst hinterher auffiel: wenn C mist gebaut hat, dann werde man ihn mal auf den topf setzen müssen oder so ähnlich . ausserdem bemerkt er noch, dass er ja überall habe anschläge aushängen lassen (wo ist unklar und was darauf steht erst recht, denn ich hatte nichts gesehen . außerdem beweist diese indirekte art und das im nachhinein wohl endgültig, dass hier gelinkt werden soll, denn über so eine wichtige änderung sollte man die leute schon vorab und persönlich informieren . zudem kann man den leuten doch höchstens dann ihr geld vorenthalten, wenn man absichtliche sabotage der öffentlichen verwaltungsarbeit annimmt . aber wer sollte hier wohl absichtlich sabotieren wollen, wo es doch um sein geld geht . hier wird einfach nur schamlos ausgenutzt, dass viele arbeislose eben nicht mehr so auf draht sind, wie die beschäftigten . es ist beschämend . und das von leuten, die mit sicherheit morgen genauso überflüssig sind . oder vielleicht gerade deswegen) .
um es kurz zu machen, die beiden sind plötzlich sehr freundlich zu mir . um ihr gesicht zu wahren, schreibt D eine kurze erklärung für mich, dass ich von meinen ersparnissen gelebt hätte (was ich ja nun bereits mehrfach dargelegt hatte)und bittet mich, wenigstens zu unterschreiben . ich weigere mich zunächst und schlage stattdessen vor, erst noch mal herrn C hinzuzuziehen . sie beteuern mir, sie würden mit C reden, ob das so wäre, wie ich das sage, um danach entsprechend den bescheid aufzusetzen . ich könnte also ruhig den bescheid abwarten, und dann, falls sie doch zu einem anderen ergebnis kämen, könnten wir die sache ja noch mal aufrollen . ich unterschreibe also, dass ich von meinen ersparnissen gelebt habe und das beeindruckt sie so, dass sie meinen antrag genehmigen . ALS ERSTANTRAG .
back to
WiderSpruch