Einst spracht ihr
Einst spracht ihr: "Wir schaffen's mit eigener Kraft,
wir brauchen keinen Gott!"
Seht an, was ihr damit geschafft;
mehr Leichen und Trümmer als Brot.
Zum Lachen ist's, wenn's nicht so traurig wär.
Du elende Kreatur,
wo nimmst du denn Kraft und Odem her,
wenn nicht vom Schöpfer der Natur?
Das, was du selber verschuldet hast,
das legtest du Gott zur Last.
Und deshalb wurde er abgeschafft
und sein Volk verfolgt und gehaßt.
Wind habt ihr gesät, und ihr erntetet Sturm.
Ein Meer von Blut und Leid
bedeckte die Erde rundherum.
Das war der Lohn eurer Vermessenheit.
"Warum Gott das nur zugelassen hat?"
Das fragt ihr und klagt ihn noch an
und streut auf Trümmer des Irrtums die Saat
von neuem ideologischen Wahn.
Und wieder schreit ihr: "Krieg dem Krieg!"
und rührt das Trommelfell
und feiert den Frieden schon vor dem Sieg.
Oh, ihr vergaßt zu schnell!
Und wieder speit ihr mit eigener Kraft
dem Höchsten in's Angesicht.
Ihr habt seine Botschaft verworfen und sagt:
"Wir brauchen Jehova nicht."
Genau wie die Juden zur Zeit ihrer Gunst
den Messias zu Tode gebracht.
Wie es schrie: "Sein Blut komme über uns!"
Da versank es in Grauen und Nacht.
Auch ihr seid blind und taub und dumm,
merkt nicht, wohin das geht.
Und auf den Kanzeln bleibt man stumm,
dort wird die Wahrheit verdreht.
Dort predigt man "Frieden" und meint den Krieg
und heult mit den Wölfen der Zeit.
Speichelleckend im Staube kriecht
die gottlose Geistlichkeit.
Sie sind stumme Hunde und bellen nicht.
Sie schlafen und träumen ohn' Not.
Das sind eure Hirten, sie vergaßen ihre Pflicht.
Sie geben euch Steine statt Brot.
Nun, wo ihr Jehovas Zeugen verfolgt,
die euch die Wahrheit gebracht,
hat euch die Geistlichkeit Beifall gezollt,
das Feuer des Hasses entfacht.
Schon einmal schrieet ihr: "Hinweg mit euch!"
Und wieder schreit ihr es heut.
"Hinweg mit dem Volk, das sich uns nicht beugt! "
Ihr kennt nicht die Zeichen der Zeit.
Uns're Worte sind flammende Blitze durch Nacht.
Wir künden Jehovas Gericht.
Und wenn ihr uns auch mundtot macht,
den zürnenden Gott, den hindert ihr nicht.
Und wenn ihr auch heute noch triumphiert
und treibt mit dem Volk seinen Spott,
das Gottes heiligen Namen führt.
Ihr steht bereits im Gericht vor Gott.
Ihr habt zwischen Tod und Leben gewählt.
Ihr grubt euch selbst das Grab.
Ihr habt die göttliche Warnung verfehlt
und tretet vom Schauplatz ab.
Bützow 1951
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